Die Kleidungsvorschriften (Schwerpunkt bei Kopftuch und Burka) sind ein sehr heikles politisches Thema, da es eng mit der Religion verbunden ist. Trotzdem will ich hier meine Ansichten zu dem Thema widergeben (Ich möchte im voraus noch sagen, dass ich mich mit dieser Religion nicht besonders gut auskenne und somit diese Position nur schlecht vertreten kann).
Hier kurz die Grundlagen für die, aus westlicher Sicht, spezielle Kleidung der Muslime. Es gibt Kleidunsvorschriften für Mann und Frau. Der Mann soll keine Kleider aus Seide und keinen Schuck tragen. Die Kleidung soll einfach und gepflegt sein. Die Frau hat im Gegensatz zum Mann einige Vorschriften mehr: Die Kleidung einer Muslima muss so geschnitten sein, dass man den Körper, bzw. die Körperkonturen, darunter nicht erkennen kann. Der Oberkörper und die Haare (–> Kopftuch) sollen bedeckt sein. Diese Vorschriften für die gläubige Frau sind zur Verhüllung gesehen. Also um die Frau vor den Blicken der Männer zu schützen. (Quelle)
Hier noch ein Zitat aus dem Koran: “Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen und dass sie ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon sichtbar sein muss, und dass sie ihre Tücher über ihren Busen ziehen…” (mehr hier).
So wie ich das sehe, ist das eine Abgrenzung der Frau von der Aussenwelt. Die Frau muss sich verstecken, währenddessen der Mann ohne bedeutende Kleidervorschriften normal leben kann. Die gläubigen Frauen sollen ihre Blicke zu Boden schlagen… Das klingt für mich verachtend und diskriminierend. Wieso also sollte man solch eine Diskriminierung hier in der Schweiz dulden?! Wäre es nicht sinnvoll, diese Diskriminierung der Frau zu unterbinden, um die Gleichstellung zu stärken?! Ich denke, dass man mindestens die Burka verbieten müsste. Jetzt kann man ja sagen, dass das ein Eingriff in die Religionsfreiheit ist. Doch Ich sage, dass das Diskriminierung der Frau ist. Und ich meine, dass eine so extreme Vermummung in der Schweiz nicht erlaubt sein sollte.

Burkaverbot - (Quelle)
Meiner Meinung nach ist das Problem viel einfacher: In der Schweiz sollte jeder Mensch tragen können, was er oder sie möchte. Der Staat soll weder etwas vorschreiben noch etwas verbieten.
Denke ich auch, jedoch ist es, soweit ich weiss, nicht so einfach. Wollen Frauen denn wirklich komplett verhüllt sein, oder tragen sie nur eine Burka, weil ihre Religion/Männer es ihr befiehlt?
Sollte man wirklich tragen könne was man will? Hätten sie kein Problem damit, wenn z. B. die ganze Schulklasse bis auf die Augen vermummt wäre? Ich hätte ein Problem damit. Ich will wissen, mit wem ich rede, möchte der Person ins Gesicht sehen können. Sie haben jetzt noch keine Stellung zur Aussage, dass die Kleidung diskriminierend ist, genommen. Der Koran verlangt meiner Ansicht nach mit diesen Kleidungsvorschriften eine Erniedrigung der Frau. Somit ist doch die Burka ein Symbol für Unterdrückung (ob die Frauen die Burka nun freiwillig tragen oder nicht)!?
Wir tun viele Dinge nicht freiwillig. Dennoch darf uns der Staat meiner Meinung nach nicht daran hindern. Es ist das Recht jeder Person, sich durch andere Menschen, Religionen, Bücher, Filme etc. beeinflussen zu lassen.
Mich stören viele Dinge. Ich finde z.B. Luis Vuitton-Taschen total hässlich, überteuert und unnütz. Aber ich würde sie nie verbieten lassen wollen, weil sie mir keinen direkten Schaden zufügen. Genau so ist es mit der Bekleidung anderer Menschen.
Sehen Sie – auch die westliche Tradition diskriminiert Frauen. Sie müssen sich z.B. die Achseln und Beine rasieren, weil wir sie sonst auslachen. Aber sollte hier nun der Staat ein Rasurverbot erlassen? Ich denke nicht. In der Schweiz kann jede Muslima, die keine Burka tragen will, die Burka ablegen, eine Skimütze, ein Baseballcap oder einen Damenhut aus dem 17. Jahrhundert tragen, sich die Haare abschneiden, sie pink färben, aus dem Koran einen Scherenschnitt machen und sich von der Religion lossagen. Auch das ist ihre Freiheit. Aber wenn sie möchte, kann sie sich auch traditionell kleiden. Auch Nonnen tun das und orthodoxe Juden. Auch Fussballfans kleiden sich seltsam und sind dabei ab und zu noch gewalttätig etc.
Es ist einfach eine schlechte Idee, in Bezug auf eine bestimmte Gruppe eine ganz wichtige Freiheit einzuschränken. Weil wir nie sicher sein können, plötzlich auch zu einer Gruppe zu gehören, die anderen nicht passt und die dann vom Staat diskriminiert wird. Das ist mein Hauptpunkt: Religionen können diskriminieren, Privatpersonen auch – aber der Staat darf das nie tun. Weder in die eine noch in die andere Richtung.
Beim Burkaverbot geht es nicht um die Religionsfreiheit. Die von ihnen zitierten Regeln stehen in einem Buch aus dem 7. Jahrhundert. Daran kann man sich halten oder auch nicht, das ist die freie Entscheidung des Einzelnen, die von der Bundesverfassung geschützt ist.
Was Sie vorschlagen, geht viel weiter: Sie verlangen eine gesetzliche Pflicht für Frauen, auf eine bestimmte Bekleidung zu verzichten, unabhängig davon, ob sie das wollen oder nicht. Das ist wesentlich diskriminierender als eine religiöse Regel, deren Befolgung in der persönlichen Entscheidung des Individuums liegt.
Ich denke, dass es sehr wohl um Religionsfreiheit geht. Einer gläubigen Muslima steht es nicht frei, ob sie das Kopftuch tragen will oder nicht. Ich würde sagen, dass das für diese Personen einem Gesetz gleichkommt. Da komme ich auch zu Ihrem zweiten Punkt. Ein Gesetz, das demnach diskriminiert, muss doch ausgeschaltet werden?! Das Verzichten auf ein Kleidungsstück hat deshalb einen niedrigeren Stellenwert.
Sie widersprechen sich selbst. Einerseits sagen Sie, es gehe um Religionsfreiheit, andererseits verwehren Sie ebendiese Religionsfreiheit den muslimischen Frauen, die nach Ihrer Auffassung nicht gläubig sein können, wenn Sie kein Kopftuch tragen.
Nein, der Koran ist kein Gesetz. Jede Person ist in der Auslegung und Befolgung religiöser Bücher frei – im Gegensatz zu Gesetzen. Wieviele Christen kennen Sie, die wortgetreu der Bibel folgen? Ist jemand, der Homosexualität nicht als Sünde sieht, kein richtiger Christ?
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Es geht um die Religionsfreiheit (ganz einfach, weil es um ein religiöses Thema geht). Ich habe nie gesagt, dass es nicht um Religionsfreiheit geht. Ich habe diese Freiheit lediglich nach meiner Einschätzung limitiert, da es einen Konflikt mit einem anderen Faktor gibt (die Diskriminierung der Frau).
Soviel ich weiss, wird der Islam sehr streng praktiziert und man nimmt den Koran sehr ernst. Deswegen habe ich den Vergleich mit dem Gesetz einbezogen. Doch das basierte auf einer Vermutung oder sogar einem Vorurteil. Das war unprofessionell von mir. Wie streng das genau genommen wird, kann ich nicht wissen, da ich nicht in dieser Kultur aufgewachsen bin.